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Exkursionsfahrt nach Krakau/ Auschwitz-Birkenau

Geschichtsinteressierte Schüler der 10. Klassen der Tobias- Seiler- Oberschule Bernau fuhren vom 8. Februar bis zum 11. Februar 2017 nach Krakau/Auschwitz-Birkenau.

Begleitet von den Lehrerinnen Frau Janke und Frau Schulz sowie einem polnisch sprechenden Elternteil konnten wir vier interessante, uns sehr emotional beeindruckende aber auch anstrengende Tage in Polen erleben.

Nach einer ca. achtstündigen Busfahrt am 08.02.2017 erreichten wir am späten Nachmittag Krakau. Leider hatten wir keine Zeit mehr, um uns einen ersten Eindruck dieser wundervollen Altstadt zu verschaffen.

Am nächsten Morgen sind wir dann zum ersten Teil unserer zweitägigen Führung durch das KZ Auschwitz-Birkenau gefahren. Als wir aus dem Bus stiegen, sah man schon wie groß das Gelände des Stammlagers war.

Am Eingang erblickten wir das Tor mit der Überschrift „Arbeit macht frei“ (Bild 1/2 – Schulz privat)

 

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„Das Stammlager Auschwitz I gehörte neben dem VernichtungslagerKZ Auschwitz II–Birkenau und dem KZ Auschwitz III–Monowitz zum Lagerkomplex Auschwitz und war eines der größten deutschen Konzentrationslager.“

Auf dem Gelände des Hauptlagers standen viele Gebäude, in denen verschiedene Ausstellungen zum Konzentrationslager und seiner Geschichte besichtigt werden konnten. (Bild 3/4/5 – Schulz privat)

 

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In einem dieser Häuser werden unter anderem zig Tonnen von Haaren hinter einer gigantischen Glasvitrine ausgestellt, welche den Häftlingen abgeschnitten wurden.

In einem anderen Gebäude sind ein paar Räume noch fast genauso erhalten, wie sie damals ihre Verwendung fanden. Dadurch konnten wir uns auch einige Schlaf- und Waschräume angucken. (Bild 5a, b – Schulz privat)

 

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Nachdem wir uns den Großteil der Ausstellungen angesehen hatten und bereits voller Emotionen waren, wurden wir durch unsere polnische Betreuerin in eine der wenig erhaltenen Gaskammer geführt. Dort konnte sich unsere Gruppe ebenfalls umschauen und uns wurde durch die eindrucksvollen Erklärungen unserer Begleiterin nochmals bewusst, dass wir an einer Stätte des Grauens waren. (Bild 6/7- Schulz privat)

 

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Der nächste Tag brachte uns den 2. Teil unserer Exkursionsfahrt, die Besichtigung des KZ Birkenau.    (Bild 8 – Schulz privat)

Ein riesen Ausmaß der Fläche des Vernichtungslagers, welches wir auf den ersten Blick nicht fassen konnten. (Bild 8a – Schulz privat)

 

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Das Wetter war für uns schon schlimm. Wie musste es erst für die Inhaftierten damals gewesen sein?

Uns begleitete die gleiche polnische Betreuerin wie am Vortag.

Durch diese Frau haben wir viel Hintergrundwissen erhalten und sind an Orten gewesen, wo man alleine wahrscheinlich nicht hingegangen wäre. Bei einer sehr privaten Fotogalerie ließ sie uns eine Weile ohne ihr Kommentieren der Bilder, welche aus den Koffern der Inhaftierten durch Mithäftlinge versteckt und dadurch gerettet wurden. Darauf war das fröhliche Familienleben vor der Einlieferung ins KZ dargestellt. Es ließ uns schaudern, da wir ja wussten, diese Menschen wurden vergast. (Bild 8b – Schulz privat)

 

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Wir liefen den Weg, welchen die Inhaftierten ausgehend von der Entladerampe nach ihrer Selektion gehen mussten. (Bild 9/10 – Schulz privat)

 

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Die Menschen, meist Juden, wurden wie Vieh aussortiert. „Alte, Schwache und Kranke“ wurden von den „Arbeits-fähigen“ getrennt und meistens gleich in die Gaskammern von SS-Leuten geführt.

Es war sehr erschütternd und befremdlich zugleich, diesen Weg zu gehen. Ihnen wurde jegliche Menschenwürde genommen, indem ihnen dann eine Rasur ihres Haares verpasst wurde und sie sich in der Masse nackt ausziehen mussten. Dies geschah alles unter dem Vorwand, dass sie geduscht werden und ihre Kleidung desinfiziert würde.

Wir besichtigten einzelne Baracken intensiver. Sehr emotional bedrückend war die Holzbaracke der Kinder. In dieser hatte ein Häftling ein Wandbild zur „Verschönerung“ der Umgebung für die Kleinen gemalt.

In einer „Bretterbude“ genannt Latrine (Massenklo, aber ohne Spülung) waren mindestens 30-40 Löcher in drei gegenüberliegende Betonplatten eingebracht. Dort durfte man nur max. zweimal am Tage zu festgelegten Zeiten hingehen. Einfach entwürdigend. (Bild 11 – Schulz privat)

 

auschwitz 11

Wir liefen über eine Wiese, wo Menschenasche ausgestreut worden war, kamen an einem See vorbei, in dem die SS sich der Menschenasche entledigte und konnten alles vom heutigen Blickpunkt aus nur schwer verstehen, wie Menschen so bestialisch handeln konnten.

Auf der einstündigen Rückfahrt aus beiden Lagern unterhielten wir uns auswertend unserer erhaltenen Informationen und bedrückt von dem Gesehenen.

Nachdem wir wieder in Krakau angekommen waren, sind wir mit den Lehrern und dem Vater in die Innenstadt gelaufen. Dort haben wir einen Stadtplan erhaltenen, auf welchem, verschiedene Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet waren. Mit diesem Stadtplan mussten wir uns in Gruppen zusammenfinden und uns dann mindestens zwei Sehenswürdigkeiten aussuchen, welche wir dann aufsuchten und uns mit ihnen näher beschäftigten. Dadurch haben wir die Stadt Krakau noch einmal ein wenig besser kennengelernt.

Uns hat die Fahrt nach Krakau/ Auschwitz-Birkenau dem Thema des Holocausts ein ganzes Stück nähergebracht. Durch den Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz mit dem Nebenlager Birkenau haben wir einen genaueren Einblick in dieses Thema bekommen.

Man kann in keinem Geschichtsbuch beschreiben, wie man sich gefühlt hat, an einem Ort dieses Verbrechens des Nazi- Regimes gewesen zu sein.

Man hat sich den Menschen, welche dort arbeiten, leben und sterben mussten, nahe gefühlt und einen ganz eigenen emotionalen Eindruck davon bekommen, wie es für die Menschen damals gewesen sein musste, so belogen, bloßgestellt und schikaniert worden zu sein.

Deswegen war diese Fahrt sowohl für uns Schüler als auch für die Lehrer sowie den uns begleitenden Vater sehr interessant und wird jedem einen ergreifenden Eindruck hinterlassen.

 

Laura Paasche und Theresa Schmökel                        

(Kl. 10b) im Namen aller